Musikunterricht mit Schutzkonzepten

Aktualisiert: Aug 29



Seit rund zwei Wochen findet nun also mein Musikunterricht mit Schutzkonzepten in der sogenannten neuen Normalität statt. Was haben wir uns doch immer wieder den Kopf darüber zerbrochen, wie wir die Pulte in einem Unterrichtszimmer platzieren sollen. Von Hufeisenform über Gruppentische oder klassische zwei Reihen war vieles möglich, Hauptsache die Stellung der Pulte hat die soziale Interaktion zwischen den Schülerinnem und Schülern optimal unterstützt. In der Coronazeit sehen nun die Unterrichtszimmer plötzlich völlig anders aus. Die Pulte werden mit möglichst viel Distanz untereinander im Raum verteilt platziert. Können die Minimalabstände von 1.5 Metern unter den Schülerinnen und Schülern dabei nicht eingehalten werden, müssen zusätzlich Schutzmasken getragen werden.

Da viele Ansteckungen vermutlich über den Luftweg geschehen, ist ein regelmässiger Luftaustausch in Räumen mit vielen Menschen besonders wichtig. So unterrichten wir zur Zeit meistens bei offenen Fenstern und Türen. Bei über dreissig Grad am Schatten wird das Maskentragen dabei recht unangenehm. Aber die Schülerinnen und Schüler zeigen meistens einen wirklich guten Willen. Ein echter Unterricht vor Ort ist immer noch um Welten besser als ein virtueller Abklatsch davon und es dürfte allen ein Bedürfnis sein, die wiedererlangten realen Umstände trotz Schutzauflagen auch bei steigenden Fallzahlen möglichst lange aufrecht zu erhalten.

So sitzen die Klassen also mit individuellem Sicherheitsabstand und Schutzmasken in den Schulzimmern. Der Anteil Frontalunterricht hat in den meisten Stunden höchstwahrscheinlich zugenommen. Jeder Wechsel der Sozialform wird nämlich teilweise als irritierend wahrgenommen, weil man dabei häufig kurz auf den bereits gewohnten Sicherheitsabstand verzichten muss. Das Unterrichtsklima hat sich dadurch wesentlich verändert.

Gleich zu Beginn des Schuljahres tauchte an unserer Schule der erste nachgewiesene Krankheitsfall auf. Viele Schülerinnen und Schüler mussten bald darauf in Quarantäne geschickt werden. Bis heute, rund zwei Wochen später, ist zum Glück jedoch kein weiterer Fall aufgetaucht. Die Schutzkonzepte scheinen doch zumindest eine unterdrückende Wirkung auf die Fallzahlen zu haben. Niemand kann jedoch genau sagen, wie stark dieser Effekt ist.

So gewöhnen wir uns also langsam an unseren coronageprägten Schulalltag. Ernsthafte Probleme gab es seit Schulbeginn zum Glück keine. Aber trotzdem ist sie da; diese "Glocke der Distanziertheit", die sich über den ganzen Schulbetrieb gelegt hat. Sie wird uns noch eine Zeit lang begleiten. So freue ich mich momentan über jedes muntere, persönliche Gespräch mit meinen Schülerinnen und Schülern mit oder mit gebührender Vorsicht und Sicherheitsabstand vorzüglich auch ohne Maske.


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