Der Sturm


Sabine heisst sie, der Sturm der momentan über die Schweiz fegt. Tagelang wurden wir in den Medien auf dieses Katastrophenszenario vorbereitet. Die Wetterlagen, die momentan in Europa vorherrschen, sind derart neu, dass selbst Spezialistinnen und Spezialisten Mühe haben, die Gefahren richtig einzuschätzen. So kommt es wie es kommen muss und der kantonale Krisenstab empfiehlt heute morgen schliesslich, sich nur wenn dringend nötig, im Freien zu bewegen. Kinder mit riskanten Schulwegen sollen zu Hause bleiben.

Wir sitzen kurz vor acht mit unseren Kindern am Frühstückstisch und versuchen, die Lage richtig einzuschätzen. Es windet zwar recht stark, wirklich gefährlich scheint die Situation jedoch nicht zu sein. Ist es nun verantwortbar, die Kinder regulär zur Schule zu schicken oder nicht? Wir schauen nach draussen und können keinen Grund erkennen, der uns wirklich daran hindern sollte, den Tag ganz normal anlaufen zu lassen. So gehen die Kinder zur Schule und ich bringe meine Tochter wie jeden Montag in die Kinderkrippe. Als ich dort ankomme, scheint die Sonne und es ist wenig von einem Sturm zu sehen. Ich fahre weiter an meinen Arbeitsort. Als ich dort aussteige, sehe ich einen wunderbaren Regenbogen während gleichzeitig die Sonne scheint und es stürmt und regnet. Verwirrend und wild wirkt das schon. Aber wirklich bedrohlich ist auch das nicht.

Natürlich können wir dankbar sein, dass es nicht schlimmer gekommen ist und Vorsicht ist allemal besser als Nachsicht. Schicksalsschläge können leider trotzdem nicht verhindert werden und verdienen immer unser Mitgefühl und Unterstützung.

Es braucht jedoch parallel dazu neben täglichen Medienberichten zu grassierenden Viren und Megastürmen als Familenvater ziemlich viel Gelassenheit, sich davon nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Eine Kollegin zeigt mir am Morgen eine Nachricht, die sie via Instagram erhalten hat: "Achtung! Heute wird Euer Sperrgut gratis und exklusiv von Sabine abgeholt." Wahrscheinlich ist Humor ein geeignetes Mittel, geschürte Angst abzuschütteln und trotz täglichen Warnungen einfach ein möglichst normales Leben zu führen. Ein Sturm kann je nachdem auch reinigend wirken, denke ich mir und höre mir wieder einmal den Sturm der Hamburger Band Blumfeld an; sehr zu empfehlen, bringt einem weg von jeglichen Angst- und Zwangsgedanken...



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