Corona zu Besuch

Aktualisiert: 21. Jan.


Über zwei Jahre ist es her, seit er, sie oder es zum letzten Mal bei uns war. Nein, wir haben es seither nicht vermisst. Positiv getestet wurde damals nur ich (Link). Ich kann mir bis heute nicht wirklich vorstellen, dass ich das Virus damals als einziger der Familie gehabt haben soll. Vermutlich habe ich mich einfach gerade im Moment der grössten Virenlast testen lassen.

Es hat gross auf die Pauke gehauen in den letzten Jahren. Sie (oder es? oder er?) gehört vermutlich zu den meistverwendeten Namen der ganzen Welt. Alles spricht von ihm. Es gibt vermutlich niemanden, der von ihm in letzter Zeit nicht in irgendeiner Weise betroffen worden ist. Corona ist omnipräsent, weltumfassend, prominent….und langsam wirklich auch ziemlich mühsam.

Wir haben das Virus nicht hereingebeten oder eingeladen. Es ist einfach so zu uns gekommen, wie viele andere Artgenossen vorher auch. Aber es hat sich wenigstens vorher mehr oder weniger freundlich angemeldet. Bei Klassenkolleginnen und Kollegen, in Form exorbitant hoher Fallzahlen, in zigtausend unterschiedlichsten Medienberichten. Wir waren vorbereitet, haben FFP-2 Masken gekauft, die Kinder schon ein erstes Mal geimpft, verschiedene Teesorten gekauft, Schmerzmittel und Entzündungshemmer aufgestockt, Früchte gekauft, die Lüftung hochgeschaltet und sogar einen Enthalpietauscher gekauft und selber eingebaut.

Zuerst hat das Virus diese Woche den ältesten Sohn besucht. Er klagte plötzlich über einen kratzigen Hals, als wir gerade zu einem Besuch bei Freunden aufbrechen wollten. Ein Kurztest zeigte kurz darauf ein positives Resultat. Könnte es auch «falschpositiv» sein? Bei dieser Testsorte sei das schon öfters vorgekommen, konnte man in den Medien vernehmen. Ich vermute wie gesagt schon länger, dass die Virenlast Betroffener extrem unterschiedlich und stark schwankend sein könnte. Dies würde die teilweise falschen Testresultate ein Stück weit erklären. Ein PCR-Test zeigte später jedoch rasch, dass das Resultat richtig war und unser Ältester musste sich bald darauf in Isolation begeben.

Das Virus soll sehr ansteckend sein, war schon im Vorfeld vielfach zu hören, also schalteten wir beruflich vermehrt auf Homeoffice und Fernunterricht um und warteten mal ab. Auch ich spürte plötzlich ein leichtes Kratzen im Hals, ein Kurztest im Testcenter zeigte ein Tag später jedoch ein negatives Resultat. Vielleicht hilft die Boosterimpfung doch etwas? Oder halt doch unzuverlässige Resultate? Auf Grund meines Impfstatus musste ich mich zumindest trotz nahem Kontakt mit einem Infizierten nicht in Quarantäne begeben.

Ziemlich genau drei Tage nach den ersten Symptomen unseres ältesten Sohnes klagte der Mittlere plötzlich auch über Halsschmerzen. Gegen Abend hatte er dann zusätzlich noch Kopfscherzen und es war ein weiterer Test angesagt, der etwas später positiv ausfallen sollte. Seither liegt er im Bett und geniesst mit sekundärem Krankheitsgewinn übermässigen Medienkonsum. Er hatte sich den Besuch genau aus diesem Grund insgeheim schon fast etwas gewünscht.

Und die Kleinste? Auch sie klagt seit der letzten eher kurzen Nacht über Übelkeit und Kopfschmerzen. Seltsamerweise scheint ihr Hals weniger betroffen zu sein. Vor zwei Tagen war ihr Test noch negativ ausgefallen, jetzt würde er vermutlich positiv sein. Auch sie liegt im Bett und setzt sich eher gelassen mit ihrem Besuch auseinander.

Und wir Eltern? Wir haben bisher praktisch keine Symptome, kochen Tee, sprechen geduldig gut zu, arbeiten parallel im Fernunterricht, kochen und beobachten, wie sich die Dinge entwickeln. Gestern habe ich den Mittleren gefragt: «Möchtest du ein Mittel gegen die Kopfschmerzen?» «Nein», hat er gesagt,»ich muss jetzt hier einfach so wie durchsurfen.» Ja, das scheint mir eine gesunde Einstellung zu sein. Mit Corona «surfen». Den Kurs können wir eh nicht nur selber bestimmen. Das ist etwas, das wir in dieser Krise immer wieder von Neuem lernen mussten. Irgendwann wird uns dann der Besuch hoffentlich so unverhofft wieder verlassen, wie er gekommen ist. Wahrscheinlich nicht für immer aber mit etwas Glück in einer Variante, die keinen grossen Schaden hinterlässt.

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